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Zunehmende Inflationsdynamik

In der osteuropäischen Region ist weiterhin eine zunehmende Inflationsdynamik zu verzeichnen, die primär von den kräftig steigenden Öl- und Lebensmittelpreisen einerseits und von einem hohen Lohnwachstum andererseits angetrieben wird. Die Inflationsraten befinden sich weiterhin auf Niveaus, die klar über den Komfortzonen der Zentralbanken liegen. Dieser Umstand bringt die meisten Zentralbanken der Region unter Druck, eine noch restriktivere Geldpolitik zu betreiben.

Die Renditen tschechischer Anleihen sind im Juni deutlich weniger angestiegen als in der Eurozone. Sollte der Höchststand der Inflationsraten vom Beginn des Jahres nicht mehr erreicht werden und die Inflationsprognose der Zentralbank eintreten (was auch das favorisierte Szenario von RCM ist), dann dürfte dies insbesondere Anleihen mit längeren Laufzeiten gut unterstützen.

Bei ihrer Sitzung Ende Juni hat die polnische Zentralbank erwartungsgemäß den Leitzins angehoben und zugleich die Inflationsprognosen für 2008 und 2009 nach oben revidiert. Der polnische Zloty tendierte im Juni gegenüber dem Euro leicht stärker, die Renditen polnischer Staatsanleihen sind im Monatsvergleich angestiegen, in ähnlichem Ausmaß wie die Renditen in der Eurozone.

Die ungarische Notenbank hat bei ihrer letzten Sitzung Ende Juni für eine Überraschung gesorgt und den Referenzzinssatz unverändert belassen, während die Mehrheit der Marktteilnehmer mit einer weiteren Zinsanhebung von 25 Basispunkten gerechnet hatte. Diese Zinsentscheidung beflügelte einerseits den ungarischen Anleihenmarkt und führte andererseits zu einer leichten Abwertung des zuletzt sehr starken Forint. Die Handelsbilanz Ungarns verbessert sich und das Zinsniveau ist das zweithöchste in der Region (nach Rumänien). Diese Faktoren haben zuletzt für eine deutliche Aufwertung des Forints gesorgt, der mittlerweile Höchststände gegenüber dem Euro erreicht hat.

Die Renditeniveaus der ungarischen Anleihen sind im Juni insgesamt deutlich angestiegen, etwas stärker als in der Eurozone. Im aktuellen Umfeld wird die Zentralbank die relativ hohen Zinsen nicht zur Unterstützung der Konjunktur senken können und stellt stattdessen eine weiterhin restriktivere Geldpolitik in Aussicht. Das könnte die kurzen Anleihenlaufzeiten belasten. Die Anleihen mit längeren Laufzeiten erscheinen allerdings attraktiv – nicht zuletzt aufgrund der Stärke des HUF, die sich mittelfristig zudem positiv auf die Inflationsentwicklung auswirken sollte.

Quelle: Raiffeisen-KAG

 

 

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